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Bau des Filters
(Peter Haug)



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Quelle: Sven Müller / www.labyrinthfische.de

 

Die natürlichen Biotope von tropischen Fischen und Garnelen sind nicht mit unseren aufgeräumten Aquarien zu vergleichen, die ständig von herumliegendem Mulm oder sonstigen störenden Sachen befreit werden. In der Natur finden z. B viele Kampffischarten ganz andere Bedingungen vor. Auf dem Grund dieser Gewässer liegt z. B. nicht selten Laub von den benachbarten Bäumen herum. Auch bei der Einrichtung eines Aquariums kann dieses Laub aus unterschiedlichen Gründen nützlich sein.

Zum einen werden Blätter oder kleine Laubansammlungen gerne von Bodenfischen aber auch von anderen scheuen Fischarten wie Betta-Wildformen als Versteck und Unterschlupf genutzt. Jungfische finden darin Schutz und gleichzeitig Nahrung in Form von Infusorien. Auch Zwerggarnelen weiden die Blätter gerne ab oder ziehen sich darunter zurück. Weiterhin geben einige Laubsorten Huminstoffe ab, die ein für den Fisch angenehmes Klima bilden und in geringem Maße antibakteriell wirken, somit also Krankheiten vorbeugen können.

In einem kleinen Experiment wollte ich testen, ob getrocknetes Laub durch Abgabe von Huminsäuren einen Einfluss auf den PH-Wert des Aquarienwassers hat. Hierzu wurden in einen 5l-Eimer, der mit abgestandenen, belüfteten Wasser aus einem Vollentsalzer gefüllt war, 10 Buchenblätter gegeben. Dies ist – auf den Inhalt eines Aquariums hochgerechnet – eine recht große Menge an Blättern. Wer füllt sein 54l-Aquarium schon mit 100 Blättern?

  Bei Einrichtung  Nach 24 Stunden  Nach 36 Stunden 
PH-Wert  7,1  6,7  6,2 
Leitwert  12  24  34 

Bei Einrichtung hatte das Wasser einen neutralen PH-Wert, sowie keine messbare Karbonat- oder Gesamthärte. Nach 24 Stunden wiesen die Wasserwerte einen leicht gesunkenen PH-Wert von 6,7 auf, nach weiteren 12 Stunden fiel der PH-Wert noch einmal um 0,5. Wie ich erwartet hatte, ist die Veränderung des PH-Wertes nur gering, der Leitwert des Wassers stieg ein wenig wegen der abgegeben Huminstoffe an. Wenn man also in ein 54l-Becken einen kleinen Tummelplatz für Garnelen mit 10 - 15 Buchenblättern einrichtet, dürfte sich am PH-Wert nicht viel ändern Das ganze wurde in vollentsalztem Wasser getestet. Schon eine geringe Karbonathärte von 3-4 würde wahrscheinlich die PH-Senkung fast vollständig puffern. Anders als bei Seemandelbaumblättern ist auch die Färbung des Wassers kaum sichtbar.

In Mitteleuropa gibt es zwar recht viele verschiedene Laubbäume, es eignen sich aber hauptsächlich Buchen- und Eichenblätter für den Einsatz im Aquarium. Laub von anderen Bäumen zerfällt recht schnell und belastet damit unnötig das Wasser. Am besten man sammelt im Herbst ausreichend braune Blätter, um das kommende Jahr genügend Laub für die Becken zu Hause zu haben. Im Winter und z. T. auch noch im Frühjahr findet man in Wäldern mit hohem Eichen- oder Buchenbestand noch trockene Laubansammlungen. Wichtig ist nicht direkt neben großen Industrieanlagen oder einer Autobahn zu sammeln, um zu vermeiden, dass man sich Schadstoffe mit ins Aquarium holt. Grüne Blätter, welche frisch gepflückt oder getrocknet ins Aquarium gegeben werden, erfreuen sicher noch ein paar Antennenwelse, die die Blätter abnagen, aber diese enthalten noch nicht die nützlichen Huminstoffe. Auch hier sollte man vorsichtig bei anderen Laubsorten sein, da einige wenige Bäume für Fische oder Garnelen giftigen Blattsaft enthalten.

Trockenes, sauberes Buchen- oder Eichenlaub kann einfach ins Aquarium gegeben werden, ohne es vorher zu behandeln. Jedoch gibt es nicht wenige Leute, die die Blätter erst mit kochendem Wasser überbrühen oder gleich eine Weile kochen. Wer sicher gehen möchte, einfach ein paar Blätter in eine Schüssel geben und vorher zum Kochen gebrachtes Wasser darüber gießen. Etwaige vorhandene Krankheitserreger werden damit abgetötet und die Blätter sinken sofort auf den Boden des Aquariums. Trocken eingebrachtes Laub benötigt ansonsten 1-2 Tage bis es sich mit Wasser vollgesaugt hat und nach unten sinkt. Je nach Blattart zerfallen die Blätter nach 3-6 Wochen. Sobald ich sehe, dass sich die Blätter auflösen, entferne ich die Reste und gebe frisches Laub ins Aquarium.

 

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