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letzter vom: 08.02.09

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Einrichtung mit Granitplatten
(Robert Bröhl)



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Quelle: Tobias Torke / Einrichungsbeispiel

 

1. Die Ausgangssituation

Diese Unterrichtseinheit soll im Rahmen einer Projektwoche in einer 8. oder 9. Klasse stattfinden. Da es nicht möglich sein wird, dass alle Schüler an diesem Teilprojekt mitarbeiten, setzte ich eine maximale Anzahl von fünf Kindern voraus. Diese Kleingruppe wird selbstständig und eigenverantwortlich die Neugestaltung des 1500l Schulaquariums vornehmen. Der Hausmeister der Schule ist dienstlich für die Pflege und Instandsetzung des Schauaquariums zuständig, deshalb wird er ihnen bei ihrer Arbeit als Berater, aber auch als Aufsichtsperson, zur Verfügung stehen. Meine vornehmliche Funktion wird es sein, den Gestaltungsprozess der Kinder zu begleiten und ihnen in schwierigen Situationen zu helfen, neue Wege zu finden. Zusätzlich werde ich dafür zuständig sein, den Arbeitsauftrag mit den entsprechenden Vorgaben zur grundsätzlichen Gestaltungskonzeption, zu formulieren.

2. Der Arbeitsauftrag

Es soll darum gehen, das 1500l Schulaquarium neu zu gestalten. Das Becken steht seit über einem Jahr leer. Die Fische, die es in Zukunft beherbergen soll, kommen ursprünglich aus dem Tanganjikasee. Hierbei handelt es sich um den zweitgrößten unter den ostafrikanischen Seen. Mit 1470 Metern ist er, nach dem Baikalsee in Sibirien, der zweittiefste See unserer Erde. Weiterhin ist anzumerken, dass im See kaum Pflanzen vorhanden sind, und dass er von Geröll und Felsformationen durchsetzt ist.
Aus diesen Grundvorausätzungen ergibt sich die erste an die Schüler gestellte Forderung. Sie sollen eine naturnahe Felslandschaft gestalten, die beide Seitenwände und die Rückwand des Aquariums verdecken.
Die zweite Forderung dient zur Vorstrukturierung des zu durchlaufenden Gestaltungsprozesses und umfasst eine Vorgabe bezüglich der Baumaterialien. Die Schüler sollen vorzüglich Styropor, Sand, Zement, Silikon und Epoxydharz verwenden.
In der dritten Forderung werden die Schüler aufgefordert die Aufgabenbereiche der Teammitglieder klar zu definieren und sie auch während des Prozessverlaufs immer wieder abzugleichen. Der Gesamtverlauf des Projekts soll fortwähren dokumentiert werden. Es muss also immer ein Schüler Fotos, Videoaufzeichnungen und Notizen machen. Diese Arbeit kann sowohl von einer als auch von mehreren Personen durchgeführt werden. Diese Dokumentationsergebnisse werden dann nach Beendigung des Projekts präsentiert.

3. Sachanalyse

Im nun folgenden Abschnitt werde ich eine detaillierte und mit zahlreichen Bildern illustrierte Beschreibung eines von mir persönlich vollzogenen Gestaltungsprozesses darbieten.

3.1 Vorüberlegungen

Die erste Phase der Vorüberlegungen vollzog sich im Rahmen einer ausgiebigen I-Net-Recherche. Ich suchte gezielt nach Bildern von Felsen, Felslandschaften und verschiedenem Gestein. Am Ende druckte ich die für mich ansprechensten Fotos aus.
Als nächstes besuchte ich einen Steinbruch in unserer Nähe. Dort begutachtete ich den Aufbau und die Eigenarten der Felsstrukturen. Um mich später besser an die Eindrücke zu erinnern machte ich einige Bilder mit meiner Kamera.
Nun war ich bereit mir eine konkrete Vorstellung von der zukünftigen Aquarien Inneneinrichtung zu machen und diese in Form eines Modells ersichtlich werden zu lassen. Das Aquarium hat eine Grundfläche von 90cmx90cm und eine Höhe von 60cm. Da es in einer Ecke steht, sollen die beiden zur Mauer gewandten Seiten des Beckens von der Felslandschaft verdeckt werden.
Das Modell fertigte ich aus Knetmasse, denn diese war schnell und einfach zu bearbeiten. Es dauerte nicht lange, da stand die fertig gestellte Miniausgabe einer felsigen Höhlenlandschaft vor mir auf dem Tisch. Ich war zufrieden und fühlte mich gut vorbereitet für die noch vor mir

liegenden Arbeitsphasen. Nun, da mir also klar war, wie in etwa das Endresultat ausschauen sollte, konnte ich mit dem nächsten Arbeitsschritt beginnen.

3.2 Zuschneiden und Verkleben der Styroporblöcke

Nachdem ich die entsprechende Menge Fassadendämmplatten und Silikon gekauft hatte, schnitt ich das Styropor auf das entsprechende Maß. Hierzu benutzte ich ein Kuttermesser und ein langes Brett, welches ich als Anschlag nutzte. Nachdem ich beide Seiten der 8cm dicken Platte angeschnitten hatte, brach ich das abzutrennende Stück über eine Tischkante.
Um die Inneneinrichtung nach Fertigstellung in das Aquarium einbringen zu können, musste ich sie in zwei Teilen aufbauen. Ich klebte also jede Rückwand separat. Die endgültige Stärke der Platten variierte von 16 bis 32cm.

3.3 Gestaltung der Felsformationen

Nun war es soweit, der riesige Styroporklotz lag vor mir auf dem Tisch und wartete darauf, von mir bearbeitet zu werden. Etwa fünf Minuten stand ich noch da, bevor den ersten Schnitt setzte. Diese Wartezeit erzeugte eine Art Spannung in mir, die sich dann in der Tätigkeit des Schneidens entlud. Sehr kraftvoll und energisch vollzogen sich die ersten Schnitte und es war fast so, als wäre ich wütend auf den Styroporblock.
Nach dem ersten Ansturm auf das Material trat ich wieder einen großen Schritt zurück und begutachtete die Veränderung. Das nun wahrgenommene, führte dann zu einem neuen Vorstellungsbild in mir. Ich wusste sofort, wie die Form weiter verlaufen sollte und begab mich wieder an die Rückwand. Nach kurzer Zeit wiederholte ich den Vorgang indem ich wieder zurücktrat, um das Zwischenergebnis anzuschauen. Wiederum entstand eine neue Idee, welche ich dann in die Tat umsetzte. Im Grunde ging das beschriebene den gesamten Formgebungsprozess weiter.

Nachdem ich die Arbeit mit den Messern beendet hatte, griff ich zu einer Holzraspel, um weitere Details der Felsformation zu bearbeiten. Mit diesem, ursprünglich für die Holzverarbeitung konzipierten Werkzeug, verschaffte ich den „Felsen„ ein natürlicheres Aussehen, indem ich ungleichmäßig Material aus dem Styropor herauslöste. Mit den so entstandenen Mulden und Absplitterungen, sah das Gestein dann um einiges natürlicher aus.

3.4 Einpassung der Aquarientechnik

Um einen natürlichen Eindruck der Unterwasserwelt zu erzielen, wollte ich dafür sorgen, dass möglichst wenig von der Technik zu erkennen ist. Sie sollte also von der Rückwand verdeckt werden. Zu diesem Zweck schnitt ich die entsprechenden Aussparungen in das Styropor. Ich benötigte Platz für den Innenfilter und den Zu- und Ablauf für den Außenfilter. Der Stabheizer sollte mit in die Kammer zu dem Innenfilter. So war es mir möglich, alles außer zweier Schläuche, für den Auslass der beiden Filter unsichtbar werden zu lassen.
Zusätzlich zu den für Technikzwecke verwendeten Hohlräumen legte ich noch weitere verdeckte Aussparungen an. Diese sollen später den Fischen als Rückzugsmöglichkeiten dienen.

3.5 Oberflächenbehandlung der Styroporgrundform

In diesem Arbeitsschritt war es nun an der Zeit, die strahlend weiße Styroporoberfläche in eine dem natürlichen Gestein ähnliche, graue, harte Oberfläche zu überführen. Um dieses zu erreichen, rührte ich eine dickflüssige Masse Portlandzement an. Ich bewaffnete mich mit einem Pinsel und begann damit die gesamte Fläche zu bestreichen, so dass

am Ende nichts mehr von dem strahlenden Weiß zu sehen war. Um dem Auftrag mehr Stabilität und eine rauhere Struktur zu verleihen, bestreute ich das Ganze mit etwas Quarzsand.

Nach einer zweitägigen Trocknungszeit der Zementoberfläche verwendete ich im nächsten Arbeitsschritt ein zwei Komponenten Epoxydharz. Dieses wurde in insgesamt vier Schichten aufgetragen. Zwischen den einzelnen Aufträgen musste ich etwa acht Stunden warten, bis das Harz so hart geworden war, dass ein neuer Anstrich erfolgen konnte. Jede einzelne Schicht wurde ihrerseits mit weißem und schwarzem Sand und einer Mischung aus

beiden berieselt und beworfen. Hierdurch entstand eine, wie bei echtem Gestein vorzufindende, unregelmäßige Gesamtfärbung.
Zwei Tage ließ ich die Rückwände trocknen, bis der abschließende Schleifvorgang beginnen konnte. Die Oberfläche war durch das Aufbringen des Sandes sehr rau geworden. Dieses entsprach nicht dem Bild, welches in der Natur vorzufinden ist. Deshalb bearbeitete ich die überstehenden Sandkörner mit Schleifpapier unterschiedlicher Körnungen. Das hierdurch entstandene Endresultat sah nun aus, wie echtes Gestein. Letztlich war es das ja auch, denn viele Sandkörner über- und nebeneinander ergeben eine Echtsteinauflage, die dann auch so aussieht, wie Stein.

 

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