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Wasserflohzucht
(Roger Mayer)



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Quelle: Robert Bröhl aus Titting / www.aquarieneinrichtung.net

 

Verwendung von künstlichem Gestein. Diese Variante hat gegenüber der Verwendung von echtem Gestein viele Vorteile. Zum einen kann man die Steine genau so herstellen, dass sie optimal ins Aquarium passen, zum anderen sind sie bei weitem nicht so schwer wie echtes Gestein. Ein weiterer Vorteil besteht darin , dass hinter dem Felsen eine große Höhle entsteht, die von den Fischen genutzt werden kann. Das wäre auch besonders für große Buntbarsche wie z. B. C. frontosa ideal. Hat man wie ich kleinere Buntbarsche kann man die großen Höhlen mit kleineren Steinen, Blumentöpfen oder Rohrstücken ausstatten.

An diesem halb fertigen Kunstfelsen sieht man sofort, dass er für eine Aquarienecke gebaut wurde, in die er haargenau passt! Mit natürlichem Gestein wohl kaum möglich, abgesehen vom Gewicht eines massiven Felsbrockens mit dem Abmessungen 65 x 72 x 25 (B x H x T in cm), dieser hier wiegt ca. 15 kg!!

Im ersten Arbeitsgang werden Holzplatten im rechten Winkel verschraubt. Dieses Eck stellt quasi die Boden- und Rückscheibe des Aquariums dar.

Auf die Holzkonstruktion werden Styroporstücke in verschiedenen Formen und Dicken gelegt. So wird die grobe Form des Felsens gestaltet. Dabei geht es allerdings nicht so genau zu.

Auf das Styropor kommt eine Lage Plastikfolie, die verhindert, dass sich der Mörtel mit dem Styropor verbindet. Die Plastikfolie kann mit Klammern auf dem Holz festgetackert werden, das ist allerdings nicht unbedingt erforderlich.

Wichtig ist nur, dass die Plastikfolie keine Löcher hat, damit sich der Mörtel nicht mit dem Styropor oder dem Holz verbinden kann, da sonst das Entfernen der Form sehr schwierig wird.

Auf die Plastikfolie werden Streifen aus handelsüblichem Putzgitter gelegt. Die Streifen sollten natürlich großzügig überlappen um eine optimale Festigkeit zu garantieren. Es werden deshalb Putzgitterstreifen verwendet, weil sich ein einziges Stück niemals an die Felsenform anpassen lassen würde.

Der Mörtel wird vorbereitet. Die etwas sportlicheren könnten den Mörtel auch per Hand anrühren, ich bevorzuge bei diesen Mengen allerdings die elektrische Variante.
Für einen Felsen dieser Größe werden ca. 2 solche Eimer Mörtel benötigt, das entspricht ca. 10 Liter.

Beim Mörtelauftrag zeigt sich warum das Putzgitter so wichtig ist. Der weiche Beton würde auf der Plastikfolie natürlich wegrutschen.

Beim Auftragen des Mörtels ist darauf zu achten, dass das Putzgitter ganz bedeckt wird.
In diesem Fall wurde übrigens ganz normaler Portland - Kalksteinzement aus dem Baumarkt verwendet. Der muss im Gegensatz zum Aquarienmörtel einige Tage gewässert werden.

Der Mörtel ist aufgetragen, jetzt geht es an die Oberflächenbehandlung.

Zunächst wird der frische Mörtel mit einer Kelle oder Spachtel einigermaßen geglättet.

Jetzt kann man nach Geschmack mit einem Lappen die Oberfläche glätten. Mit etwas Übung ist es möglich, fast jede natürliche Felsoberfläche von glatt bis scharfkantig zu kopieren.

Links vorne kann man den Effekt des Glättens schon recht gut erkennen. In diesem Fall soll der Fels eher glatt wirken, ähnlich einem Flusskiesel.

Der frisch modellierte Stein muss nun je nach Temperatur mindestens einen Tag trocknen, bevor er aus der Form genommen werden kann. Besser man wartet zwei Tage.

Nachdem die Holzform zerlegt ist, kommt das Styropor wieder zum Vorschein.

Jetzt kann das Styropor bequem entfernt werden. ABER Vorsicht, der Mörtel ist nach einem Tag meist noch nicht voll ausgehärtet und noch nicht voll belastbar.

Nachdem die Folie entfernt ist, sollte man den Felsen sicherheitshalber noch einen Tag (auch von der anderen Seite) trocknen lassen.

Nachdem der Stein komplett getrocknet ist, wird das überschüssige Putzgitter mit einem Messer abgeschnitten. Die Kanten sollten unbedingt geschliffen werden um Verletzungen bei den Fischen zu vermeiden. Dazu reicht ein Schleifpapier mit einer 100er Körnung völlig aus.

Mit etwas Übung und mehreren Arbeitsdurchgängen lassen sich auf diese Art recht imposante Aquarieneinrichtungen gestalten. Obwohl die Steine nicht besonders schwer sind, sollten sie dennoch auf Styropor gestellt werden.

Hier ein etwas flacherer Stein, der als Verkleidung der Seitenscheibe dient. Links erkennt man wieder einen Eckstein für dessen Fertigung drei Holzplatten aneinander geschraubt wurden.
Jedes erdenkliche Maß und jeder beliebige Winkel ist möglich.

Hier die Verkleidung des Überlaufschachts. Hinter dem Stein könnte man mit Rohren, Blumentöpfen oder kleineren Steinen eine Höhlenlandschaft für kleinere Fische bauen. So ist der Raum optimal genutzt.
Man beachte die Größe des Felsens! Das Aquarium ist 80 cm hoch, mit einem Naturfelsen undenkbar.

Die künstlichen Felsen werden mit einigen cm Luft an die Scheibe gestellt, damit die Fische bequem in die Höhle gelangen können und eine gewisse Wasserzirkulation ermöglicht wird.

Wer große Fische halten will, ist mit der Einrichtung jetzt eigentlich schon fertig. Für kleinere Tiere (in diesem Fall Tropheus) empfiehlt es sich die Einrichtung mit kleineren Steinen zu verfeinern.

Das fertige Becken. Mit etwas Granit verfeinert und mit Algen überzogen ist kein Unterschied zu echten Felsen erkennbar. Der Stein aus den Fotos oben steht hier an der rechten Seitenscheibe. Aquarienmaße 200 x 100 x 80 cm (L x T x H).

Und hier mit Lochgestein kombiniert.

Weitere Informationen

Die Steine bestehen nur aus Mörtel und Sand. In diesem Fall wurde nur sehr billiger Portland - Kalksteinzement aus dem Baumarkt und Sand aus der Kiesgrube verwendet - ohne Probleme. Das Mischungsverhältnis beträgt in diesem Fall 1 Teil Zement / 2 Teile Sand. Damit die Steine natürlich aussehen sollte man keinesfalls irgendwelche Harze oder Lacke verwenden!!!! Das ist auch keinesfalls notwendig. Zur Farbgestaltung könnte allerdings Abtönfarbe (auch im Baumarkt erhältlich) direkt in den Mörtel eingerührt werden. Statt des hier verwendeten Mörtels kommen natürlich noch andere Varianten in Frage z.B. Fliesenkleber, damit habe ich allerdings keine Erfahrung und kann demzufolge keine näheren Ratschläge dazu geben. Wer ein Weichwasseraquarium betreibt, sollte unbedingt auf Aquarienmörtel, also Portlandzement (auch als Weißer Zement bekannt) zurückgreifen, da dieser auch unter CO² - Einfluss und in sauerem Wasser keinen Kalk abgibt.

 

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