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Moospolster
(Andreas Zitt)



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Startseite / Beiträge / Futter

Quelle: Thomas Heider / www.aquaworld.at.tf

 

Lebendfutterzucht:

Drosophila (Fruchtfliegen)
Artemia salina (Salzkrebschen)
Daphnia pulex (Wasserfloh)
Moina macrocopa (Jap. Wasserfloh)
Pantoffeltierchen (Paramecien)

Drosophila melanogaster

Vielen ist diese Fliege sehr gut aus der Küche bekannt. Wer einmal Obst etwas länger liegen gelassen hat, hat sie sicherlich auch schon in seiner Küche gehabt: Drosophila melanogaster, die Fruchtfliege.

Bei den Terrarianern schon längst ein unverzichtbarer Bestandteil um z.B.: Pfeilgiftfrösche aufzuziehen, bei den Aquarianern relativ unbekannt. Dabei gibt es eine Reihe von Fischen, die sich in der Natur von Anflugnahrung in Form von Fluginsekten ernähren. Dabei ernähren sich nicht nur ausgesprochene Oberflächenfische wie z.B.: Carnegella strigata von Anflugnahrung sondern auch viele Barben und vor allem Eierlegende Zahnkarpfen.

Von D. melanogaster gibt es auch noch eine durch Zuchtauslese entstandene stummelflüglige Art. Diese ist zu Zucht besser zu handhaben, da diese flugunfähig ist. Es ist allerdings darauf zu achten, das ein Ansatz mit stummelflügeligen Fliegen nicht mit flugfähigen zusammen kommen, da sie sich dann kreuzen würden. Dies hätte unweigerlich zur Folge, das auch wieder flugfähige Fliegen aus dem Ansatz hervorgehen

Zucht:
Als Zuchtbehälter haben sich größere Gläser mit einem Volumen von 0.75 - 1 l bewährt. Als Abdeckung dient ein alter Strumpf oder ein Stück Gaze, das mit einem Gummiring anstatt eines Deckels befestigt wird.

Futterbrei:
Der Futterbrei wird als Nahrung für die Fliegenmaden gebraucht. Rezepte gibt es allerdings in Hülle und Fülle. Ich verwende hier eines mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe. Sollte jemand ein anderes oder bessere Rezept haben, dann werde ich es hier sehr gerne veröffentlichen.

Zutaten:
Überreifes Obst (Bananen, Äpfel, Birnen etc.), Hefe, Semmelbrösel,
Das Obst wird mit einer kleinen Gabel zerquetscht. Dann kommt ein kleines Stück Hefe dazu. Da er Brei meist zu flüssig ist, kommen auch noch Semmelbrösel dazu. Wenn der Brei zähflüssig wird, hat er die richtige Konsistenz.
Der Brei wird dann zwei 2cm hoch in die vorbereiteten Gläser gefüllt. Darüber kommt noch Holzwolle auf der die Fliegen herumkrabbeln können.
Nach einiger Zeit legen die Fliegen dann die ersten Eier in den Brei und es dauert nicht lange, bis sich daraus Maden entwickeln. Sobald sie ausgewachsen sind verpuppen sie sich und schlüpfen wenige Tage später als fertige Fliegen, die dann verfüttert werden können.

Da manche Kulturen von einem auf den anderen Tag zusammenbrechen können ist es ratsam, immer mehrere Gläser parallel laufen zu haben.
Der Ansatz sollte nach 2-3 Wochen erneuert werden. Dazu ist es wichtig, das sie immer 40-50 Fliegen übrig lassen. Die alten Glaser entsorgen sie am besten. Ein auswaschen wäre zu viel Aufwand und nicht gerade appetitlich.

Tip: Manchmal wird eine Kultur von Schimmel befallen. Dann, aber nur dann ist es angebracht, ein Antischimmelmittel zuzugeben. Diese Mittel stehen im Verdacht Erbschaeden bei Fischen zu verursachen und sind deshalb im Normalfall nicht angebracht!

Bewertung:
Aufwand: gering
Kosten: gering (nur Ansatz muss gekauft werden)
Geruchsentwicklung: gering - zu ertragen

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Artemia salina

Das wohl bekannteste Aufzuchtfutter für Jungfische ist Artemia salina, oder auch Salinienkrebsen genannt. Diese Kleinkrebse kommen nicht im Meer vor sondern im Binnenland in Salzseen. Diese Seen trocken jahreszeitlich aus. Je mehr Wasser verdunstet, desto höher wird die Salzkonzentration. Deshalb haben die Krebe eine sehr interressate Überlebensstrategie entwickelt um zu überleben. Steigt die Salzkonzentration bringen die Krebse keine lebenden Jungen mehr zu Welt, sondern sog. Cysten. Diese Dauereier sind extrem wiederstandfähig gegenüber Umwelteinflüsse. Selbst wenn der See vollständig austrockent, können die Krebse in den Cysten überleben. Wenn die Regenfälle die Seen wieder füllen schlüpfen aus den Dauereiern wieder millionen kleiner Krebse. Nur so konnten die Krebse Millionen von Jahren überleben.

Genau diese Eigenschaft hat man sich in der Aquaristik zu Nutze gemacht. Jährlich werden diese Dauereier tonnenweise geerntet und verpackt. Diese kommen dann in kleinen Röhrchen bzw. Dosen zu uns.

Zucht:
Wenn man die Krebse nur zur Aufzucht von Jungfischen braucht ist die Zucht denkbar einfach.

Man braucht nur eine 1l- Flasche die zu 3/4 mit Wasser gefüllt wird. Dazu kommen 3 Eßlöffel jodfreies Koch- oder Meersalz und je nach Bedarf die Dauereier.
Das Ganze wird dann mit einer Membranpumpe belüftet. Bei 24°C schlüpfen die Nauplien nach 24-36 h. Vor der Verfütterung müssen diese noch von den leeren Schalen getrennt werden: Ich stelle die Luft ab, und saug die Nauplien mit einem Luftschlauch in ein Artemiasieb. Die Schalen sollten nicht verfüttert werden, da sie die kleinen Fische nicht richtig verdauen können und es so zu einem Darmverschluß kommen kann.
Will man aus den Nauplien adulte Tiere heranziehen, muß man etwas anders vorgehen:

Am besten verwendet man dazu ein kleines Aquarium, das man irgendwo sonnig stellt. Dadurch werden bald Algen wachsen, die den Krebsen als Nahrung dienen. Als Salz sollte sie sich aus der Zoohandlung spez. Meersalz besorgen oder sie nehmen wie ich das Wechselwasser eines Meerwasseraquariums. Das Wasser sollte in etwa eine Dichte von 1,022 haben. Die Artemia läßt man am besten erst in der Flasche schlüpfen und gibt sie dann erst in das Glasbecken. Damit sind dann keine Eierschalen im Aquarium.

Als Futter ist Hefe aber auch Algenpulver bestens geeignet. Wichtig ist bei Hefe, da man nur soviel zugibt, das das Wasser eine leichte Trübung aufweist. Es darf nicht milchig weis werden.

Bie 24°C sind die Krebse mit 2-3 Wochen ausgewachsen und können verfüttert werden. Der Boden sollte regelmäßig abgesaugt und das fehlende Wasser durch neuer Meerwasser ergänzt werden.

Sehr rentabel ist das großziehen allerdings nicht. Wenn sie nicht ausgesprochene Futterspezialisten halten, die nur Lebendfutter fressen, ist es weniger Aufwendig auf gefrohrende Artemia, wie sie der Zoofachhandel bereit hält, zu verfüttern.
Ich mache diesen Sommer einen Versuch mit der Freilandzucht von Artmia in einer alten Badwanne, wie das in einer älteren Ausgabe von "Das Aquarium" beschrieben war. Wenn das ein Erfolg wird, werde ich die Methode hier vorstellen.

Bewertung:
Aufwand: je nach Methode gering - hoch
Kosten: gering
Geruchsbelästigung: praktisch keine

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Daphnia pulex

Den gemeinen Wasser Daphnia pulex findet man vom Frühling bis in den Herbst in Gartenteichen ohne Fischen und großeren Geflügelgewässern. Auch in Waldtümpeln sind sie immer in kleineren Mengen vertreten.

Heutzutage kann man sich aber gehörigen Ärger mit Naturschutzorganisationen einhandlen, wenn man selbst Daphnia fangen möchte. Je nach Bundesland kann es sein, das Kleinkrebse bereits unter Naturschutz stehen. Dies sollte man vorher bei der zuständigen Behörde abklären. Ich habe das Glück , einen Gartenteich zu besitzen, in dem immer jede Menge Daphnia zu finden sind.

Zucht:
Es gibt zwei Möglichkeiten der Zucht:
1. Freilandzucht
2. Aquarienzucht

1. Freilandzucht
Da Daphnien sehr kühle Temperaturen brauchen, bietet es sich an sie im Sommer draussen zu züchten. Ich verwende dazu Mauerertröge aus schwarzem PVC. Diese fülle ich mit Teichwasser auf und gebe einige Daphnien dazu. Die Tröge sollten nicht in der prallen Sonne stehen, da sich sonst das Wasser zu schnell aufwärmt.
Die Daphnien vermehren sich sehr gut. Gefüttert wird mit aufgelöster Hefe. Man darf aber nur soviel füttern, das das Wasser trübe wird. Es darf nicht milchig weiss werden. Es wird erst wieder gefüttert, wenn das Wasser wieder klar ist.

Ein positiver Nebeneffekt:
Es finden sich auf immer wieder die Larven von verschiedene Mücken in den Trögen. Diese stellen auch ein ausgezeichnetes Futter.

Bewertung:
Aufwand: niedrig
Kosten: gering
Geruchsbelästigung: keine

2. Aquarienzucht
Eine nicht so ganz einfache alterntive zur Freilandzucht ist die Aquarienzucht. Dabei kommt es weniger darauf an, gute Wasserverhältnisse zu bieten. Vielmehr muss darauf geachtet werden, das die Wassertemperatur bei 15-18°C bleibt. Bei höheren Temperaturen würden die Kulturen innerhalb weniger Stunden absterben.

Ab besten eigentet sich ein altes 60l Becken, das mit Teichwasser od. veralgtes Altwasser gefüllt wird. Hinein kommen einige Wasserflöhe aus der Zoohandlung. Irgendwer hat mir einmal gesagt, das die gezüchteten Wasserfölhe aus der Zoohandlung etwas höhere Temperaturen vertragen als Wildtiere.

Gefüttert wird wieder mit einer Hefesuspension. Die Kultur ist nicht sonderlich produktiv, macht aber andererseits nicht viel Arbeit. Es muß nur hin und wieder das verdunste Wasser durch neues Wasser ersetzt werden. Zusätzlich müssen auch abgestorbene Wasserflöhe abgesaugt werden.

Bewertung:
Aufwand: niedrig - mittel
Kosten: gering - mittel
Geruchsbelästigung: keine

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Moina macrocopa

Der dem europäischen Wasserfloh recht ähnliche Japanische Wasserfloh od. auch Kugelfloh genannte Moina macrocopa, sorgte vor ein paar Jahren für Aufsehen in der Aquaristikszene. Mittlerweile ist er aber schon wieder selten geworden. Hin und wieder findet man ihn im Angebot div. Lebendfutterversender.

Aber warum ist das so?

Naja, das liegt sicher zum großen Teil daran, das die Zucht nicht sonderlich produktiv ist. Zum anderen habe ich aber schon öfters gehört, das die Kulturen von einem auf den den anderen Tag zusammenbrechen. Dennoch möchte ich kurz die Zucht vorstellen.

Zucht:
Als Zuchtgefäss reichen schon grössere Gurkengläser, die mit Aquarien- oder Gartenteichwasser gefüllt werden. Die besten Chancen auf einen Zuchterfolg hat man, wenn die Gläser in der Sonne stehen. Nur dann bilden sich nach einiger Zeit Algen, die den Wasserflöhen als Nahrung dienen. Es kann aber auch zusätzlich mit Hefe gefüttert werden. Dabei darf aber nur soviel Hefe zugegeben werden, bis sich das Wasser leicht trüb färbt. Wenn diese Trübung innerhalb von 24h wieder verschwunden ist, was die Dosierung richtig.

Nach etwas 3-4 Wochen beginnt die Zucht unergiebig zu werden. Dann ist es Zeit für einen neuen Ansatz.

Man sollte jedoch mehre Kulturen paralell laufen haben, da wie schon gesagt Kulturen auf einmal zusammenbrechen kömmen.

Bewertung:
Aufwand: mittel - hoch
Kosten: gering
Geruchsbelästigung: keine - wenig

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Pantoffeltierchen

Besonders zur Aufzucht von sehr kleinen Jungfischen wie sie Labyrinthfische und auch Salmler und Barben haben, sind Artemia Nauplien oft noch zu groß. Deshalb braucht man Futter das kleiner ist als dieses. Dafür eignen sich Infusorien, besonders aber Pantoffeltieren. Diese Einzeller haben ihre Namen, wie nur unschwer zu erkennen ist, aufgrund ihrer Körperform.

Die im Handel erhältlichen auf Nährsubstraten gezüchteten Infusorien, die unter dem Name PROTOGEN-Granulat, eignen sich meiner Meinung nach nicht sehr gut. Sie sind viel zu teuer und sind eine vielzahl von Infusorien enthalten. Mit meiner Methode, setzen sich die Pantoffeltierchen durch. Es entsteht eine Zucht fast in Reinkultur.

Zucht:
Als Zuchtbehälter dienen Gurkengläser. In diese wird Aquarien- oder besser Teichwasser eingefüllt. Dann kommt ein Blatt grüner Salat dazu. Die durch das verwelken entstehnden Bakterien dienen den Pantoffeltierchen als Nahrung.

Die Gläser sollte möglichst warm stehen. Ich habe meine über dem Heizkörper stehen.
Nach einer Woche sieht man dann scon bei genauem Hinschauen, die weissen Wolken, die die Pantoffeltieren bilden. Wer ein Mikroskop zu Hand hat, kann die Pantoffeltierchen auch darunter betrachten. Wenn der Salat schon bräunlich wird, sollte er durch neuen ersetzt werden. Von Zeit zu Zeit sollte auch der Ansatz durch neues Teichwasser ersetzt werden.
Mit Heuaufgüssen habe ich eine guten Erfahrungen genacht, da sie stinken und sich alle möglichen Infusorien darin bilden.

Bewertung:
Aufwand: niedrig
Kosten: gering
Geruchsbelästigung: keine - wenig

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