Quelle: Horst Engler / www.cichlidenbuntbarsch.de
Für viele, die ein Aquarium besitzen und gleichzeitig eine Kamera haben, stellt sich die Frage, wie sie ihr Aquarium am besten auf's Papier oder auf den Rechner bekommen. Eines gleich vorweg, wer seine Fische fotografieren will, braucht eine ganze Menge Geduld und Ausdauer.
Von 100 Fotos die man macht, kann man von Glück reden, wenn hinterher 10 etwas geworden sind. Das Kameramodell spielt dabei keine große Rolle. Im Wesentlichen sind die Gehäuse alle baugleich und unterscheiden sich nur in der Ausstattung einiger Bedienungselemente. Für die Aufnahmequalität ist einzig und allein das Objektiv zuständig. Und da gibt es erhebliche Unterschiede was die Leistung angeht. Da sich gerade in der letzten Zeit die Digitalcamera immer mehr durchgesetzt hat, werde ich hier meine Erfahrungen mit diesen Kameras versuchen weiterzugeben. Aber bedenken Sie, dass ich nur von meinen Erfahrungen mit meiner Kamera ausgehen kann, die ich mit der Zeit gemacht habe. Vieles lässt sich aber auf andere Kameras übertragen.
Kommen wir zuerst zu der Auflösung, da ist immer die Rede von 2, 3, oder sogar 5 Megapixel. Aber was heißt das nun genau? Unter Pixel versteht man die kleinste Einheit eines Bildelements, eines digitalen Bildes. Demnach macht eine 1 Megapixel-Kamera Bilder mit 1 Million Pixel, und eine 2 Megapixel-Kamera macht Bilder mit 2 Millionen Pixel. Nun stellt sich die Frage: Wie viel Pixel brauche ich? Diese Frage kann man sehr leicht beantworten. Kommt darauf an, was ich mit meinen Bildern vorhabe. Will ich nur Bilder ins Internet stellen, womöglich auf eine eigene Homepage, reichen Kameras aus die 1,5 Megapixel Bilder aufnehmen. Will ich aber die Bilder am Rechner bearbeiten und später in einer guten Qualität ausdrucken, darf es ruhig etwas mehr sein. Die Grösse der Bilder spielt natürlich auch eine Rolle. Bis 9x13 reichen die 1,5 Megapixel-Kameras meiner Meinung nach aus. Wer seine Bilder gerne grösser haben möchte, sollte ab 2 Megapixel aufwärts gehen.
Kommen wir zum wichtigsten Teil der Kamera, dem Objektiv. Erst mal etwas Allgemeines dazu:
Man unterscheidet zwei Gruppen: Objektive mit einer Brennweite (Festbrennweite, eher selten) und Zoom-Objektiv. Ein Objektiv mit einer kurzen Brennweite bezeichnet man als Weitwinkel-Objektiv, da es einen großen Blickwinkel ermöglicht. Als Standard gilt hier der Brennweitenbereich von 18 bis 35mm. Objektive mit einer langen Brennweite werden als Teleobjektive bezeichnet, diese fangen meist bei 80mm an und hören bei 1000mm auf. Als Normalobjektive werden meistens Objektive bezeichnet, die eine Brennweite von 50mm haben, weil es ungefähr dem Blickwinkel des menschlichen Auges entspricht. Für den normalen Hobbyfotografen reicht ein Brennweitenbereich von 28 bis 200mm völlig aus.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Digitalkameras automatisch die Brennweite um den Faktor 1,5 verlängern. Das heisst bei meiner D 30, wenn ich mit einer Brennweite von 50 mm ein Bild aufnehme, sind es eigentlich 75 mm Brennweite. ( 50 x 1,5 ). Besonders interessant ist dies natürlich bei Teleobjektiven. Mein Tele, das einen Brennweitenbereich von 100mm bis 200mm abdeckt, wird an der Canon D 30 durch die Verlängerung automatisch zu einem 150mm bis 300mm Objektiv. Aber das hat auch Nachteile im unteren Brennweitenbereich. Die meisten Normalobjektive fangen mit einer Brennweite von 35mm an, rechnet man nun die Verlängerung dazu kommt man bei den Digitalcameras auf eine Anfangsbrennweite von 52,5mm. Das ist bei Weitwinkelaufnahmen natürlich viel zu hoch.
Zoom-Objektive decken folgende Bereiche ab:
Weitwinkel z.B. 18 bis 35mm
Weitwinkel bis Normal von 28mm bis 50mm
Telebereich von 70 bis 210mm
und als Universal für alle Fälle z.B. ein 35 bis 135mm Objektiv.
Dann gibt es noch die Makroobjektive, um kleine Sachen gross abzubilden, das ist aber ein anderes Thema.
Meine Bilder, die Sie hier auf meiner Homepage sehen, habe ich alle mit einem Objektiv im Brennweitenbereich zwischen 100 und 200mm aufgenommen. Bei wenigen Bildern habe ich mit einer Nahlinse N1 gearbeitet. Das sind Linsen, die vor das Objektiv geschraubt werden, um uns somit den Einstieg in die Makrofotografie zu ermöglichen.
Was sollte man beachten, wenn man Aquariumfotos macht:
typische Anfängerfehler:
Unscharf, Scheibe nicht gereinigt und Spiegelungen.
Unterbelichtet mit Reflexion vom Blitz.
Als allererstes sollte man einen Tag vorher Wasserwechsel machen und alle Scheiben gründlich reinigen. Auch der kleinste Fingerabdruck und die kleinste Alge an den Scheiben verursachen Flecke auf den Bildern. Das Becken sollte gut beleuchtet sein, Wasser schluckt viel Licht. Aufnahmen sollten aus einer Entfernung von ca. 60 cm gemacht werden, um die Fische nicht zu erschrecken. Meistens halten sie sowieso nicht still. Bei Blitzaufnahmen ist es wichtig, dass Sie die Bilder im Winkel von mindestens 25°aufnehmen, um Spiegelungen zu vermeiden. Und je dunkler der Raum, desto weniger Spiegelungen haben Sie hinterher auf ihren Fotos.
Bei dieser Aufnahme sehen Sie, dass die linke Seite des Bildes leicht unscharf erscheint, das liegt daran, dass sich der Fisch schräg zur Filmebene befindet. Der Fokus der Kamera hat mehr den rechten Teil des Bildes scharf gestellt
Hier steht der Fisch bei der Aufnahme parallel zur Filmebene, das ganze Bild ist gleich scharf abgebildet. Der Fokus der Kamera lag hier in der Mitte des Bildes. Die leichte Unschärfe liegt an der Komprimierung des Bildes.
Mit etwas Übung sollten Sie auch Bilder wie von meinen Trewavasae hinbekommen. Obwohl bei diesem Foto mein Belichtungsmesser verrückt gespielt hat. Das liegt aber mehr an den Farben dieses Fisches.
Ich hoffe, dass ich den ein oder anderen ein paar Tipps geben konnte, um bessere Fotos hin zubekommen.
Meine Fotos mache ich mit folgender Ausrüstung:
Kamera: Digitale Spiegelreflexkamera Canon D30
Blitz: 420EX TTL- Blitzautomatik
Objektive: 28-35mm, 28-80mm,100-200mm
Nahlinse N1 * für das 100-200mm Objektiv
* Details zum Greifen nah!
Nahlinsen sind schnelle und problemlose Wegbereiter für schöne Nahaufnahmen. Ohne dabei die Lichtstärke zu beeinflussen, kann man mit Ihnen näher an das Motiv heran, als die kürzeste Entfernungseinstellung des Objektives es normalerweise zulassen würde. Bei einem 100mm Objektiv z.B. können Sie den Abstand zum Motiv auf unter 1m verkürzen. Nahlinsen gibt es in verschiedenen Stärken, deshalb unbedingt im Fachgeschäft mit dem entsprechenden Objektiv testen.
Und zum Schluss noch ein paar Aufnahmen, die schon recht gut geworden sind:
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