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Bau einer 3D- Aquarien- rückwand
(Horst Engler)



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Quelle: Carsten Röttger / info (at) aquarium-kreativ.de
www.aquarium-kreativ.de

 

Da mein Meerwasser-Riffaquarium nicht über eine Bohrung für einen Ablauf verfügt, entschied ich mich für einen Überlauf zum Nachrüsten. Bei diesem System wird keine Bohrung im Aquariumboden oder in der Seitenscheibe benötigt.

Das Prinzip dieses Systems ist relativ einfach: Das Wasser wird mittels einmaligem Sog über die Aquariumaußenkante geleitet und fließt dort in einen Behälter mit einer Bohrung, die niedriger ist als der Wasserstand im Hauptbecken. Durch diese Bohrung fließt das Wasser in ein Technikbecken, das sich unter dem Aquarium befindet. Von dort wird es mit einer Pumpe wieder ins Aquarium gefördert.

Die Überlaufkästen, die mir im Handel angeboten wurden, sind mir jedoch viel zu teuer und aufgrund der Abmessungen für meine Zwecke eher ungeeignet, da mir sehr wenig Platz zwischen der Seitenscheibe meines Aquariums und der Rauminnenwand zur Verfügung steht.

Ich entschloss mich also, einen Überlaufkasten selbstzubauen.

Was wird an Material benötigt?
1x Acrylglas (1000 mm x 100 mm x 3 mm) (Kunststoffhersteller 5-10 Euro)
2x Acrylglas (150 mm x 130 mm x 3 mm) (Kunststoffhersteller ca. 2-5 Euro)
1x Acryl-Kleber oder PVC-Kleber (Baumarkt 3-10 Euro)
1x Aquarienanschluss 32 mm Bohrung (Aquaristik-Zubehör, ca. 7-10 Euro)

Welches Werkzeug wird gebraucht?
1x Teppichmesser
1x Winkel 90°
1x Bohrmaschine und Bohrer 32 mm
1x Laubsäge
1x Sandpapier Körnung ca. 100
1x Metallfeile

Zunächst werden aus dem Acrylglas 1000 mm x 100 mm die passenden Stücke geschnitten, wie sie in der Skizze abgebildet sind:

1x 65 mm
1x 120 mm
2x 60 mm
4x 109 mm
1x 43 mm

Ich habe die einzelnen Stücke mit einem Teppichmesser auf beiden Seiten entlang eines Winkels/Lineals angeschnitten. Den Anschnitt habe ich dann über eine Tischkante gebrochen. Ich rate davon ab, die Teile mit einer Säge zu schneiden. Die Kanten werden nicht sauber genug geschnitten und die Teile lassen sich nicht genau verkleben.
Dann werden die Einzelteile, wie in der Skizze abgebildet, zusammengeklebt. Wichtig ist, dass sie rechtwinklig verklebt werden und sich das Material beim Verkleben nicht berührt (vergleichbar mit einer Silikonnaht einer verklebten Aquariumscheibe).

Erst sollte der äußere Rahmen geklebt werden.

Danach wird der innere Überlaufbogen geklebt. Als nächstes werden die beiden Acrylglasplatten 130 mm x 150 mm (siehe Skizze) mit einer Laubsäge (grobes Holzsägeblatt) in der folgenden Form ausgesägt:

Beide Teile werden nun auf die beiden Acrylscheiben aufgegeklebt. Auch hier bitte das Material nicht andrücken, sondern nur auflegen. Den Überlaufkasten habe ich mit PVC-U Kleber geklebt. Es hält "bombenfest". Wer jedoch wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, sollte speziellen Acrylkleber (Acryfix - Fachhandel) verwenden, da dieser in Lösung geht und die Teile miteinander verbindet. Der Kleber ist jedoch einiges teurer.

Den abgebildeten Überlaufkamm habe ich aus einer Tupperdose gefertigt, welcher mit einem aufgeklebten Acrylglasstreifen ebenfalls befestigt wurde.

Dann habe ich mit einem 32 mm Bohraufsatz für Holzbohrungen ein Loch für den Aquarienanschluss gebohrt. Als Entlüftungsnippel habe ich eine Diffusoröffnung einer ausrangierter Strömungspumpe verwendet und ebenfalls aufgeklebt.

Das Bild zeigt hier noch zwei Bohrungen für die Entlüftung, die sich jedoch als nicht zweckmäßig herausgestellt haben und zum Schluss wieder verschlossen wurden.

Dann habe ich ein Aquarium mittels Eimer simuliert und das Ganze vorab getestet.

Hier ist noch die Entlüftung in der Mitte zu sehen, welche wie oben erwähnt später versetzt wurde, da in dieser Position nicht der gesamte Raum entlüftet werden konnte.

Im Live-Betrieb funktioniert es tadellos. Um das Ablaufgeräusch des Wassers ein wenig zu dämmen, habe ich noch einen groben Filterschwamm über die Ablauföffnung gelegt.

Der Überlaufkasten muss zeitweise entlüftet werden. Ich habe den Entlüftungsschlauch jedoch an eine Diffusoröffnung einer Powerhead 802 angeschlossen. Sofern sich zuviel Luft im Kasten befindet, wird diese automatisch durch den Diffusor angesaugt.

Viel Spaß beim Selbstbau.

Wichtiger Hinweis:
Ich übernehme selbstverständlich keine Garantie für eine ordnungsgemäße Funktion im Falle eines Nachbaus. Weiterhin hafte ich nicht für daraus resultierende Sach- und Personenschäden jeglicher Art.

Update vom 13.06.2004:

Da sich im Laufe der Zeit in dem Überlaufschacht Algen gebildet haben, habe ich aus lichtundurchlässigem Kunststoff eine Abdeckkappe gebaut, die ich einfach über den Schacht gelegt habe:

Update vom 20.09.2004:

Der Entlüftungsschlauch (siehe 2. Bild oben) setzte sich nach und nach mit Algen zu und konnte den Überlaufkasten nicht mehr ausreichend entlüften. Den Schlauch habe ich erneuert und hinter dem Aquarium verlegt. Nun funktioniert die Entlüftung wieder einwandfrei.

Update vom 07.12.2004:

Viele Interessierte behaupten immer, dass der Überlauf nicht funktionieren würde. Hier ist der Beweis. Mittlerweile ist schon vor lauter Kalkrotalgen kein Acryl mehr zu sehen:

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