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Wasserwechsel-Halbautomatik
(Louis Schreyer)



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Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise von Aquablog zur Verfügung gestellt. Das Copyright für den Beitrag und den Bildern liegt bei Marcus Irsigler .

 

Immer wieder mal versuche ich den unleidigen Wasserwechsel zu optimieren. Für mich ist der Idealfall ein Überlauf und langsam eintropfendes Frischwasser. Dazu braucht mal zu allererst mal einen Überlauf. Wer eine Bohrung im Aquarium hat hats schon mal gut. Ich hab aber keine. Also gibt es Überläufe am Markt. Vom System her sind sie relativ simpel, kosten aber so um die 200 Euro für ein wenig Plastik. Also bietet es sich an so was selbst zu bauen. Nach mehreren hoch unprofessionellen Versuchen gehe ich nun daran meinen ersten richtig guten Überlauf zu bauen. Aber zuerst mal die

Theorie

Hat man keine Bohrung muss das Wasser über die Aquarienscheibe gehoben werden. Helfen tut dabei die geschickte Erfindung der kommunizierenden Röhren. Diese besagt nämlich, dass 2 Wasserspiegel, die über ein verbundenes Wasserreservoir versorgt sind immer gleich hoch sind. Das ganze nutzt man z.B. bei Schlauchwaagen oder auch beim Wasserabsaugen mit der “Saugmethode”. Im Prinzip muß man also Wasser mit Hilfe der kommunizierenden Röhren in ein Nebengefäß heben und in diesem Nebengefäß einen Ablauf anbringen. Das Gefäß hängt man praktischerweise gleich an die Aquarienscheibe. So soll es aussehen.

Wesentlich ist, dass die Wassersäule nicht abreißt. Sollte also so viel Luft in den Teil kommen, wo das Wasser über die Scheibe läuft, dann ist Schluß mit der Kommunikation zwischen den Röhren. Es reicht aber wenn schon eine kleine Wasserverbindung besteht. Es ist also sinnvoll den obersten Teil des Überlaufs etwas größer zu planen, damit ein paar hochsteigende Luftblasen nicht den Wasserlauf unterbrechen.

Wie der Ablauf außerhalb des Aquariums aussieht ist im Prinzip dann egal. Wesentlich ist es aber hier ausreichende Querschnitte zu planen, damit der Überlauf mehr Wasser abführen kann, als der geplante Zulauf ins Becken bringt. Ich plane nur einen Zulauf per Tropfsystem, sodaß hier die Ansprüche gering sind.

Man braucht dann doch überraschend viele Teile

Also gehts an den Bau. Ich baue aus Plexiglas (glaub in Deutschland sagt man Acrylglas dazu). Ich hab noch einen Rest zu Hause, den ich verwende, auch wenn der vielleicht etwas dick ist… Also mal die Teile zuschneiden:

Überlauf im Selbstbau

Die Teile werden mit Aquariensilikon zusammengeklebt. Ich bin ja kein Meister der Silikonnaht, aber was solls, dicht muss es werden.

und fertig ...

So siehts in Aktion aus. Der Wasserspiegel ist noch nicht so hoch, dass was abläuft.

Der Überlauf hängt an der Aquarienscheibe. Die Höhe kann man regulieren indem man einfach ein Holzstückchen zwischen Scheibe und Überlauf legt, dann ist auch der Wasserstand höher, der im Aquarium gehalten wird. Gestartet wird das ganze indem man den Bogen, der über die Scheibe führt mit Wasser füllt. Das erreicht man indem einfach durch den Schlauch am obersten Ende die Luft abgesaugt wird und nach Füllung der Hahn zugedreht wird. (Ich hab auch noch ein übriges Rückschlagventil eingebaut, wodurch das Wasser nicht von selber gleich wieder absinkt.) Je mehr man saugt, desto höher sieht man das Wasser steigen. Sobald die Verbindung zwischen den beiden Röhren hergestellt ist gleichen sich die Wasserspiegel an und falls er zu hoch ist rinnt Wasser über den Abfluß ab.

Und es läuft…….. und zwar sehr zuverlässig und reibungslos.
Es gibt aber schon einige Verbesserungsmöglichkeiten, die spätestens beim nächsten Überlauf verwirklicht werden. Vielleicht sollte man als “Nachbauer” daran denken.

1. Die Höhe des gewünschten Wasserspiegels variiert ja oft von Becken zu Becken. Ich hab ein Holzstückchen für jedes Becken, dass ich zwischen Scheibe und Aquarium gebe. Man könnte sich aber vielleicht auch was komfortableres überlegen. Meine Lösung ist aber absolut ok.

2. Ich würde den Teil deutlich länger machen, der ins Wasser eintaucht. So kann man den Überlauf bereits bei halb gefülltem Becken starten (weil man z.B. kräftig Mulm gesaugt hat und der Wasserspiegel entsprechend gesunken ist.) Bei meiner Version taucht dann der Überlauf nicht mehr ins Wasser ein, so läßt sich der Überlauf nicht mehr “starten”.

3. Mein “Ablaufrohr” ist zu hoch. Das war eigentlich ein Versehen. Ich hab auch schon ein zweites deutlich tiefer gemacht. Ansonsten sind nämlich nur recht hohe Wasserstände realisierbar und ich hab bei manchen Becken bis zu 10cm zwischen Glasoberkante und Wasseroberfläche.

4. Mein Ablaufrohr hat exrem wenig Lieferleistung. Für meine Version des Wasserwechsels ist das völlig ok. Man ist aber trotzdem überrascht wie wenig durch so einen 12mm Schlauch rinnt, wenn auch Luft in die andere Richtung muß. (Ich hab einen 5 Meter Plastikschlauch dran, so daß auch Luft heraus muß.) Ich hab schon eine Belüftung des Schlauches eingebaut, jetzt ist es deutlich besser. Beim nächsten werd ich wohl überhaupt was größeres machen.

Im Prinzip läuft der Wasserwechsel jetzt aber wirklich superfein. Ablauf einhängen und starten. Der Schlauch am Ablauf hängt direkt an einem Abfluß. Schlauch mit Frischwasser rein und so aufdrehen, dass es tropfenweise hinter den HMF rinnt, wo auch der Heizstab gleich das Wasser erwärmt. Das ganze läßt man ein paar Stunden laufen. Kontrolle ob schon ausreichend gewechselt wurde mach ich mit Leitwertmeßgerät. Da wechsle ich einfach so lange, bis der Leitwert unter einem gewissen Wert ist. Wenn man wirklich nru Tropfenweise wechselt, dann sinkt die Temperatur kaum ab

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